Online Impuls-Referat
«From Insights to Foresight: Psychologische Tools und Erkenntnisse für die Zukunftsforschung»
Online-Referat von Prof. Dr. Mirjam Hauser
| Veranstaltungsart | Online-Impulsreferat |
| Inhalt | Neue Plattformen entstehen über Nacht, Konsumentenstimmungen kippen plötzlich, Märkte verschieben sich. Wie gelingt es uns im Rauschen dieser Signale psychologisch fundierte Entscheidungen zu fällen, um konkrete strategische Optionen abzuleiten? Die klassische Prognose versucht, aus Vergangenheitsdaten die Zukunft zu errechnen. Doch in hochdynamischen Umwelten ist dies zu kurz gegriffen. Zukunftsgestaltung – oder Strategic Foresight – geht einen Schritt weiter: Sie nimmt schwache Signale ernst, deutet deren psychologische und gesellschaftliche Bedeutung und entwickelt aus diesem Wissen belastbare Szenarien. So entsteht ein Handlungskompass, der Orientierung gibt, ohne Illusionen absoluter Sicherheit zu erzeugen. In diesem Vortrag zeigt Prof. Dr. Mirjam Hauser auf, wie sich die Methoden von Strategic Foresight im Arbeitsalltag nutzen lassen. |
| Wann | 15. Januar 2026 17.00 bis 18.00 Uhr |
| Wo | Online |
Nachlese
Im Rahmen des Impulsreferats „From Insights to Foresight“ wurde von Mirjam Hauser aufgezeigt, wie Organisationen systematisch von der Analyse gegenwärtiger Entwicklungen (Insights) zu belastbaren Zukunftsbildern (Foresight) gelangen können. Im Zentrum stand die Frage, wie gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Dynamiken frühzeitig erkannt, eingeordnet und strategisch nutzbar gemacht werden können.
Ein zentrales inhaltliches Referenzmodell bildeten dabei fünf tiefgreifende Transformationslogiken: Algorithmisierung, Verwertung, Gestaltung, Fragmentierung, und Re-Lokalisierung. Diese beschreiben, wie Daten, Technologien und neue Wertschöpfungsmechanismen nicht nur Prozesse verändern, sondern auch Wahrnehmung, Interaktion und Entscheidungsfindung prägen. Das Referat machte deutlich, dass Foresight nicht als lineare Prognose zu verstehen ist, sondern als iterativer Lernprozess: Trends werden kontextualisiert, Werte reflektiert und mögliche Zukünfte bewusst gestaltet.
Abschliessend unterstrich die Mirjam Hauser, dass es nicht die eine Zukunft gibt, sondern stets mehrere mögliche Zukünfte, die parallel denk- und gestaltbar sind. Gerade weil sich die Gegenwart als diffus, volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig präsentiert, lohnt es sich umso mehr, sich bewusst mit unterschiedlichen Zukunftsbildern auseinanderzusetzen. Der reflektierte Blick auf die wahrscheinliche ebenso wie auf die wünschbare Zukunft wurde dabei als zentraler Mehrwert von Foresight hervorgehoben.