Vergangene Events

Das Alumni-Fenster 2026

16. Dezember 2025

Mitarbeitende und Patient*innen als Kund*innen im Unispital Zürich

Mit Susanne Suter-Bitterli

VeranstaltungsartBetriebsbesichtigung inkl. Apéro
InhaltEhemalige Absolvent*innen aus Aus- und Weiterbildung der Hochschule geben Einblick in ihr Unternehmen und ihr Berufsfeld.

Das Spital der Zukunft.
Gemeinsam erkunden wir, wie am Beispiel des Neubaus des Universitätsspitals Zürich Bau, Prozesse und Zusammenarbeit mit dem Kerngeschäft der Nutzen für Patient*innen maximal erhöht wird – aus der Perspektive des Hospitality-Managements.
Zudem diskutieren wir Netzwirkungs- und Best-Practice-Beispiele zur komplexen, interdisziplinären Zusammenarbeit heute und in der Zukunft des neuen Spitals.

Im Anschluss laden wir herzlich zum Networking und Austausch bei einem erfrischenden Apéro ein!
Wann16. September 2026
18.15-19.45 Uhr
anschliessend Apéro
WoUniversitätsspital Zürich
Frauenklinikstrasse 10
Eingang Hörsaal
Stockwerk C
Raum 307

Nachlese

Am 16. September 2026 öffnete das Universitätsspital Zürich (USZ) für unser Alumni-Fenster seine Türen. Unter dem Titel «Mitarbeitende und Patient*innen als Kund*innen im Unispital Zürich» erhielten die Teilnehmenden Einblick in die Frage, wie sich das USZ auf sein Spital der Zukunft vorbereitet. Im Zentrum stand dabei nicht allein der Neubau, sondern vor allem die Frage, was neue Räume, Technologien und Prozesse für Patient*innen, Mitarbeitende und die Zusammenarbeit im Spital bedeuten. Durch den Abend führten Susanne Suter, Ladina Westermann und Roland Wallimann. 

Schnell wurde deutlich: Ein Umzug ist weit mehr als das Verschieben von Mobiliar von einem Gebäude ins nächste. Das USZ nutzt den Neubau als Chance, bestehende Prozesse zu hinterfragen und neu zu gestalten. Der historisch gewachsene Campus mit seinen zahlreichen Gebäuden führt heute teilweise zu aufwendigen Abläufen. Der Neubau schafft deshalb nicht nur neue Räume, sondern ermöglicht auch neue Formen der Leistungserbringung und Zusammenarbeit. 

Besonders sichtbar wird dies bei den zukünftigen Betriebsplattformen. Während Kliniken und Berufsgruppen heute teilweise noch relativ eigenständig organisiert sind, soll künftig stärker interdisziplinär und interprofessionell gearbeitet werden. Standardisierte Plattformen, digital unterstützte Prozesse und stärker ineinandergreifende Abläufe verändern damit auch Rollen, Schnittstellen und Formen der Zusammenarbeit. 

Auch für Patient*innen verändert sich einiges: Einzelzimmer, digital unterstützte Bestellmöglichkeiten, Service-on-Demand, Echtzeitinformationen oder neue Logistiksysteme sollen mehr Flexibilität und Komfort ermöglichen. Gleichzeitig wirken sich diese Innovationen unmittelbar auf die Arbeit der Mitarbeitenden aus. Prozesse und Schnittstellen verändern sich, die Koordination zwischen den Berufsgruppen wird wichtiger.

Aus arbeits- und organisationspsychologischer Perspektive besonders interessant ist der Umgang mit diesem Veränderungsprozess. Anstatt mit dem Change bis zum Einzug zu warten, werden neue Prozesse bereits heute erprobt. Mitarbeitende werden frühzeitig einbezogen, Pilotierungen durchgeführt und Abläufe in sogenannten Mock-ups möglichst realitätsnah getestet. Das Vorgehen folgt damit dem Prinzip des Prototypings: ausprobieren, Erfahrungen sammeln, reflektieren und verbessern. Die gewonnenen Erkenntnisse können anschliessend direkt in die weitere Planung einfliessen. 

Ein konkretes Instrument dafür sind Retrospektiven («RETRO»). Mitarbeitende reflektieren gemeinsam ihre Arbeitsprozesse, identifizieren Handlungsspielräume und entwickeln Verbesserungen. Gleichzeitig fördern die Retros den Wissensaustausch und den konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven. Veränderung wird dadurch nicht nur kommuniziert, sondern aktiv mitgestaltet. 

Der Abend zeigte eindrücklich, wie eng Bauen, Digitalisierung, Prozessgestaltung und Organisationsentwicklung miteinander verbunden sind. Neue Räume und Technologien können bessere Zusammenarbeit ermöglichen – entstehen muss sie letztlich zwischen den Menschen. Das Spital der Zukunft entsteht deshalb nicht erst mit dem Bezug des Neubaus, sondern bereits heute: indem Mitarbeitende beteiligt, Prozesse erprobt und neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt werden. Oder, angelehnt an eine der Schlussfragen des Abends: Entscheidend ist nicht nur, was gebaut wird, sondern auch, wie dieser neue Ort gemeinsam gestaltet wird. 

zurück zu allen Beiträgen
×